Ego, Antidepressiva und Spiritualität

Ihr Lieben

Endlich mein versprochener neuer Blogbeitrag.

In den letzten Monaten war ich so sehr mit meinem Selbstfindungsweg beschäftigt, dass ich mich lieber inspirieren liess, als selber aktiv zu werden. Ich fühlte mich zu unruhig, um Euch auf authentische und ehrliche Weise Mut zu machen.

Nach 4 Monaten Reduktion meiner Antidepressiva fiel ich wieder in alte Muster zurück und entschied schweren Herzens, zum Wohle von mir und meiner Familie wieder die ursprüngliche Dosis einzunehmen. Die Enttäuschung über mein „Versagen“ war riesig, aber ich musste mir eingestehen, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen war. Als Mutter fühle ich mich noch zu fest in der Verantwortung, und da ich weiss, wie es sich anfühlt, in der Kindheit keine gesunden Eltern zu haben, setzte mich diese Erinnerung noch zusätzlich unter Druck.

Nachdem mein Entschluss feststand, habe ich als erstes alle Angstforen und AD kritischen Seiten aus meinem Leben verbannt. Ich betrachte das Medi nun wie eine Freundin, die mich auf meinem Selbstfindungsweg begleitet und mich unterstützt bis ich das Vertrauen wieder gefunden habe. Diese neue Einstellung erleichtert es mir, mit dem Anspruch an mich, es ohne Medikamente schaffen zu müssen, besser umgehen zu können.

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit spirituellen Büchern auseinander gesetzt und fand darin viele Erkenntnisse, Verständnis und Vertrauen für meinen Lebensweg. Ich habe mich von den Themen „Angsterkrankung und Depression“ distanziert und betrachte meine Gefühle als etwas Natürliches auf dem Weg zur Selbsterkennung. Es tut mir so gut mich nicht mehr als krank zu „kategorisieren“.

Mit dieser neuen Sichtweise gelang es mir, mich endgültig aus der Opferrolle zu befreien. Ich habe begriffen, dass nur ich für mein Leben verantwortlich bin und ich bestimmen kann, in welche Richtung mein Leben verlaufen darf.

Ich habe verstanden, das ich viel mehr bin, als mein Ego oder mein Verstand mir weismachen will. Ich habe verstanden, dass ich „Bewusstsein“ bin. Ich bin der, der alles wahrnimmt und beobachtet. Ich bin nicht mein Ego.

An Weihnachten hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Aufgrund meiner Angst vor Besuch waren die Festtage für mich in den letzten Jahren immer der blanke Horror. Diese Weihnachten versuchte ich so oft es ging im „Jetzt“ zu bleiben. Trotz sehr starker Nervosität blieb ich gegenwärtig, in dem ich all meine Gefühle und Gedanken beobachtete und in mich reinfühlte. Und siehe da, die Angst hatte keine Macht mehr über mich, ich konnte zum ersten Mal die Illusion dahinter erkennen.

Mein Angstmuster hat sich jedoch in den vielen Jahren so fest auf meine Festplatte gebrannt, dass mir mein Ego immer noch täglich Angstgedanken schickt. Meine Aufgabe besteht nun darin, diesen keine neue Energie mehr zuzuführen, damit diese langsam versiegen können.

Ich gehe wie folgt vor:

  • Gedanken annehmen, ihnen jedoch keinen Glauben schenken. Wären Sie wahr, würden Sie keine negativen Emotionen auslösen. Es sind nur alte Muster!
  • Den Widerstand gegen die Gedanken aufgeben, auch das würde ihnen nur neue Energie zukommen lassen.
  • Alle Gefühle die aufkommen, durchfühlen mit dem Wissen, dass nichts passieren kann und ich diese durch Annahme wandeln kann.
  • Mir immer wieder klar machen, dass wenn ich in der Beobachterrolle bleibe und bewusst bleibe kein Drama daraus entstehen kann.
  • Auf meine Emotionen und Gefühle hören, sie haben eine Botschaft, die meistens so lautet: Hei aufwachen, raus aus dem Denken und bewusst werden!
  • Ich meditiere oft und stelle mir vor, wie es sich anfühlt, keine negativen Gedanken zu haben. So kann ich die Energie hoch halten.
  • Und sehr wichtig: GEDULD, GEDULD und nochmals GEDULD!

Stell Dir ein kleines Kind vor, das auf die heisse Herdplatte fasst und sich sehr erschreckt über den Schmerz. Ich kam mir oft auch wie ein kleines Kind vor, das immer wieder auf die heisse Herdplatte fasste, obwohl ich die Konsequenz davon kannte. Immer wieder stellte ich mir schlimme Angstszenarien vor, obwohl ich wusste, dass die Antwort Angst und Panik war. Wenn der Schmerz da war, wusste ich zwar, wie ich ihn mit Annahme und Durchfühlen abschwächen konnte, aber ich schaffte es nicht, nicht wieder auf diese heisse Herdplatte zu fassen.

Ich begann mich mit meinen Gedanken und den daraus resultierenden Emotionen auseinander zu setzen und stellte fest, dass das Ego auch etwas Gutes hat. Es zeigt mir an, wo es noch wunde Punkte in mir gibt, die darauf warten, dass sie mit Bewusstheit, Annahme, Liebe und Licht heilen können. Alles was diese Anteile wollen, ist nochmals erfahren und akzeptiert zu werden, damit sie aus der Vergangenheit befreit werden können. Dein JA ändert alles.

Sobald du dich so, wie du bist, angenommen hast, geschieht eine grossartige Explosion. Denn die Energie, die sonst in Konflikt gebunden ist, wird freigesetzt und diese Energie steht dir jetzt zur Verfügung.

Osho