Der Zwang „Glücklich zu sein“

Schon eine ganze Weile habe ich keinen neuen Artikel mehr geschrieben…das liegt einerseits daran, dass ich in den Ferien war und im Job als Haus- und Tiersitterin nun Hochsaison habe und andererseits daran, dass ich nur schreiben kann, wenn ich wirkliche Motivation dafür verspüre und das Bedürfnis habe, etwas mitzuteilen, das auch anderen Menschen helfen kann. Ich bin sehr froh, mich nie auf regelmässige Erscheinungsdaten festgelegt zu haben und somit keinen Schreibzwang habe:-)

Jedoch ist mir in den Sommerferien ein anderer Zwang bewusst geworden! …..Wir sassen im Flugzeug mit Ziel Korsika. Die Vorfreude war vielen Passagieren ins Gesicht geschrieben. Im Gegenzug dazu fühlte ich mich so emotionslos und leer. Ich versuchte mich zwanghaft auf die geplanten Ferien zu freuen und was passierte stattdessen?…ich bekam Panik und wäre am liebsten rechts und kehrt zurück in die Schweiz geflogen:-(

Am Boden angekommen verstärkte sich die Angst noch und die Anspannung blieb in den nächsten Tagen und erreichte ihren Höhepunkt am Tag 4. Wir kamen auf unserer Rundreise in einem wunderschönen Hotel, oberhalb einer Klippe, direkt am Meer gelegen, an. Ich schlenderte durch die traumhafte Parkanlage mit prächtigen Blumen, verschiedenen Teichen, alten Bäumen, toller Poolanlage und einem atemberaubenden Blick auf das türkisblaue Meer. Dieser Traum wurde in jenem Moment jedoch zum Alptraum für mich….so eine heftige Panikattacke hatte ich schon lange nicht mehr und es hätte nicht viel mehr gebraucht und ich wäre auf der Stelle abgereist.

Mit Annahme, bewusstem Fühlen und Achtsamkeit konnte ich mich nach einer gewissen Zeit wieder beruhigen und fand in meine Mitte zurück. Lange überlegte ich an diesem Abend, warum mir das immer ausgerechnet an den schönsten Orten, Anlässen etc. passiert, welche andere Menschen meiner Meinung nach in vollen Zügen geniessen können.

An diesem Tag habe ich ein weiteres Puzzleteil meines Selbstfindungsprozesses gefunden. Ich habe oder besser gesagt hatte den Zwang glücklich sein zu müssen und gerade solche speziellen Tage zu geniessen und nicht zu versagen. Gerade in der heutigen Zeit der Selbstinszenierung auf sozialen Plattformen, wo uns nur breit grinsende Gesichter entgegen blicken mit traumhaften und atemberaubenden Kulissen im Hintergrund, ist der Druck dem zu entsprechen besonders gross.  Andernfalls hat man das Gefühl nicht normal zu sein. Am Urlaubsort können sich die Schuldgefühle verstärken, weil man erwartet, dass einem die wenigen freien Tage im Jahr gut tun müssen, sich aber einfach kein Feriengefühl einstellt. Sogar deine Freunde wünschen Dir vor der Abreise: Schöne Ferien, geniesse es in vollen Zügen!

Meine Gedanken waren: „Mein Gott, weisst Du, wie lange wir für diese Ferien arbeiten mussten! Ich muss diese nun geniessen und sollte dankbar sein, da so viele Menschen nie so etwas erleben dürfen. Ebenfalls darf ich nun ja nicht auch noch die Ferien von meinem Sohn und meinem Mann versauen! Was werden die anderen nur denken von mir, wenn ich die Ferien abbrechen muss, etc. ……..Meine Fantasie ist sehr kreativ, vielleicht sollte ich Autorin von Horrorbüchern werden;-)

Als mir dieser Zwang, den ich mir da selber auferlegt habe, bewusst wurde, „wieder einmal dank meiner Angst“, konnte ich loslassen und weisst Du was; ich konnte die letzten Tage noch so richtig toll geniessen und bereute, dass wir nur 7 Tage gebucht hatten.

Mit der Einstellung, alles darf sein, wie es ist, „Flop oder Top“, geht alles einfacher. Egal ob es die Hochzeit deines Bruders, ein atemberaubender Sonnenuntergang oder die Weihnachtsfeier ist. Es darf schön sein, muss aber nicht!  Es kommt alles so wie es richtig ist, vertraue dem Fluss des Lebens und lass Dich treiben…..<3

Öffne dein Herz für Dich…

Zu jedem Menschen gehören immer zwei Seiten. Er ist mutig und feige, ehrlich und unehrlich, laut und leise, selbstbewusst und scheu, gut und böse, stark und schwach. Auch in Dir sind beide Seiten vorhanden, auch wenn Du nur die eine Seite magst. Öffne dein Herz für das bisher Abgelehnte und sage: Ich bin das eine und ich darf auch das andere sein.

Robert Betz

Heute möchte ich euch gerne meine Geschichte erzählen, wie ich es geschafft habe, mein Herz zu öffnen und wie ich den Zugang zu meinem inneren Kind gefunden habe.

Während meines Burnout’s kam ich zum ersten Mal mit einem Heiler in Kontakt. Zu diesem Zeitpunkt war die Verzweiflung so gross, dass ich mich an jedem Strohhalm versuchte festzuhalten. Eine Kollegin erzählte mir damals von ihrer positiven Erfahrung mit einem bekannten spirituellen Heiler. Vor meiner Erkrankung hätte ich sie wahrscheinlich ausgelacht. Ich glaubte an nichts, was nicht wissenschaftlich belegt worden ist und hielt die esoterische Szene für absoluten Schwachsinn. Ausserdem glaubte ich auch nicht mehr an eine höhere Kraft oder an etwas göttliches, nur noch an die „Götter in Weiss“, denen ich dafür ordentlich Umsatz bescherte. Mit meinen ganzen Kenntnissen aus Google und Co. hätte ich wahrscheinlich selber auch beinahe als Arzt durchgehen können;-)

Wie gesagt, ich war hoffnungslos und machte nach langem Zögern dann doch einen Termin aus. Da ich damals so einen starken Schwindel hatte, begleitete mich mein lieber Mann nach Basel. Ohne irgendwelche Erwartungen betrat ich den freundlichen und lichtdurchfluteten Behandlungsraum mit einem schönen Holzboden. Mein Herz schlug bis zum Hals und ich fröstelte.

Der Heiler konnte mich sehr schnell mit seiner liebevollen und väterlichen Persönlichkeit beruhigen und ich fühlte mich geborgen. Ich spürte die Energie, die aus seinen Händen strömte und fiel bald in eine Art Hypnose oder Halbschlaf. Zum ersten Mal kam ich damals mit meinem inneren Kind bewusst in Kontakt, mit der traurigen kleinen Sarah.

Nach der Sitzung erwartete mich mein Mann unten beim Ausgang. Was dann passierte, grenzt für mich an ein Wunder. Als ich die geschäftige und überfüllte Strasse betrat, konnte ich seit langem wieder alle Farben intensiv wahrnehmen, ich fühlte mich wohl zwischen all den Menschen und auch der Schwindel war verschwunden. Sogar der anschliessende Besuch beim Burger King verlief ohne Panikattacke:-) Ich war einfach nur überglücklich….

Dieser Zustand hielt dann einige Monate, bevor es zu einem Rückfall kam. Ich hatte einfach noch kein Vertrauen in mich selber. So schlimm wie zuvor wurde es jedoch nie mehr und was blieb, war die Erkenntnis, wie wichtig es ist, sein inneres Kind zu beachten, es zu lieben und ganz viel Geduld mit ihm zu haben.

Wenn immer ich ängstlich bin, mich unwohl oder mutlos fühle, setze ich mich an einen ruhigen Ort und höre mir die Sorgen der kleinen Sarah an und versuche sie zu trösten. Ein paar Minuten später fühle ich, wie die Anspannung abfällt und ich wieder in meine Mitte komme. Das gibt mir Vertrauen und macht vieles leichter.

Das war vor ca. 10 Jahren, heute arbeiten viele Therapeuten und Coaches mit dem inneren Kind oder in der Fachsprache „abgespaltene Persönlichkeitsanteile“. Meiner Meinung nach, beruhen die meisten psychischen Leiden auf Abwehrprozessen.

Öffne dein Herz für alles in Dir und heile Dich selbst. Ich wünsche Dir viele liebevolle und lehrreiche Begegnungen mit deinem inneren Kind.