Jeder ist eine Blüte

Passend zum Frühlingsbeginn fand ich diese wunderschöne Geschichte. Sie macht Mut unsere selbst gemachten Grenzen zu sprengen, das Einzigartige in uns zu entfalten und unsere Träume aufblühen zu lassen.

In einem Garten standen viele Blumen. Sie blühten in den herrlichsten Farben. Eine unter ihnen meinte, dass sie eine ganz besondere Blume sei. Im Frühjahr nahm sie sich vor, mit dem Blühen noch zu warten. Denn es könnte ja sein, dass ein Spätfrost ihre Blüte zerstören würde. Sie blieb lieber noch eine Weile in ihrer Knospe, denn das war einfach vernünftiger.

Später dann, im Mai und Juni erblühten die meisten Blumen. Sie zeigten sich in ihren schönsten Farben und verströmten die betörendsten Düfte. Noch immer hielt sie es für zu gefährlich, ihre Knospe zu verlassen und sich in all ihrer Pracht zu zeigen. Es könnte ja schließlich regnen und wie würde sie dann aussehen? Nein, sie wollte noch warten, bis sie sich ganz sicher war.

Ganz schlimm fand sie die Vorstellung, von einem Menschen gepflückt und in eine Vase gestellt zu werden. Als Knospe könnte ihr das nicht passieren. Heimlich bewunderte sie allerdings die anderen Blumen. Wie sie im Wind wiegten, sich in der Sonne räkelten, ihre herrlichen Farben zur Schau trugen und mit ihrem Duft verzauberten. Die anderen waren im Gegensatz zu ihr so unglaublich lebendig. Sie fühlte den Wunsch mitblühen zu wollen, aber sie war sich einfach zu unsicher. Wer weiß, vielleicht wäre sie gar nicht so schön, wie die anderen oder würde nicht so gut duften. Am Ende würde sie noch ausgelacht. Nein, da blieb sie lieber noch in ihrer Knospe.

Aber sie fühlte oft die Einsamkeit und Enge in ihrem Blumenherzen und kam sich vom Leben ausgeschlossen vor. Jedoch tröstete sie sich, wenn anderen Blumen einmal über Nacht etwas zugestoßen war. Denn soetwas würde ihr nicht passieren. Doch die Sehnsucht, sich einfach dem Leben hinzugeben, die Sonne mit den Blütenblättern aufzufangen oder den kühlen Regen zu genießen, drängte sie immer wieder.

Bald war es August und immer schwerer wurde ihr die Entscheidung. Angst und Neugier – Sicherheit und Lebenslust kämpften in Ihrer Seele miteinander, ohne, dass eine Seite die Oberhand gewann. Sie befürchtete mittlerweile schon fast zu alt zum Blühen zu sein, aber sie beschloss weiterhin zu warten.

Doch in ihrem Bedürfnis nach Sicherheit wurde sie immer unsicherer. Sie war ihr Leben lang eine Knospe gewesen und hatte schließlich keinerlei Erfahrung im Blühen. Die Ahnung, wie unglaublich schön das Blühen sein musste wuchs trotz allem immer mächtiger in ihr heran. Der September brach an und mit ihm kamen neue Gefahren. Sie könnte nun einer besonders kalten Nacht zum Opfer fallen. Doch im Grunde fühlte sie sich in ihrer alten harten Knospenschale schon fast erfroren. Was gab es noch zu verlieren?

Und so kam es, dass sie an einem besonders milden Septembermorgen, doch noch ihre Hüllen fallen ließ. Das Gefühl, den Mut aufgebracht zu haben, sich in ihrer ganzen Farbenpracht zu zeigen und ihren wundervollen Duft verströmen zu können, machte sie einfach nur glücklich. Sie wurde schließlich noch zu einer fantastischen Blüte, die viel bewundert wurde. Sie wusste nun, dass Blühen nichts mit Können zu tun hat, sondern mit Sein.

„Jeder ist eine Blüte“ von Kristiane Allert-Wybranietz
(nacherzählt von Ralf Hillmann)

Wie DU von DEINER Angst profitieren kannst.

Viele Menschen blockieren Ihre Lebensenergie und können diese nicht fliessen lassen, aus Angst, dass Ihnen die Kontrolle entgleitet. Sie nehmen sich so stark in die Zügel, dass sie gar nicht mehr vorwärts reiten können. Erst, wenn sie die Zügel loslassen, kann das Pferd wieder galoppieren.

Viele von uns nutzen auch unsere Angstenergie nicht, oder wenn, dann negativ, in dem wir uns lähmen oder uns in Panik versetzen. Ich inklusive, leider weiss ich nur zu gut, von was ich hier schreibe! Das dauerte beinahe ein Jahrzehnt…..!!

Die Angst ist jedoch ebenfalls eine wertvolle Energiequelle, die wir nutzen können.

Sie gehört zum Spiel des Lebens und dient der Entwicklung der Seele. Angst weist uns auf Mängel, Lücken und Unstimmigkeiten im Leben hin. Evt. muss noch etwas aus der Kindheit aufgearbeitet werden, das jahrelang unterdrückt wurde.

Die normale Angst hilft uns zu besseren Ergebnissen, z.B. bei einer Präsentation, da wir uns automatisch besser vorbereiten. Durch sie bleibt man hellwach, konzentriert und fokussiert. Und Sie beschützt uns vor leichtfertigen und gefährlichen Handlungen.

Die Angstenergie schenkt uns Sensitivität, Kreativität, Einfühlungsvermögen und kann umgewandelt werden in heilende Liebe.

Für diesen Schritt, schildere ich euch gerne meine Erfahrung. Wie ich bereits in anderen Artikeln geschrieben habe, habe ich eine ganze Palette an verschiedenen Sachen ausprobiert. Das Eine half mehr, das Andere weniger. Für mich das Wertvollste kurz zusammengefasst:

  • Ich habe wieder gelernt zu fühlen und den Moment zu leben, anstelle die ganze Zeit zu denken, grübeln und Horrorgedankenfilme zu produzieren. Diese 2 Bücher haben mich dabei sehr unterstützt: Die 10 Herzensschlüssel von Safi Nidiaye und Leben im Jetzt von Eckhart Tolle.
  • Ich habe gelernt mich mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen und mich an die erste Stelle in meinem Leben zu stellen. Das war das Schwierigste.
  • Ich habe gelernt nein zu sagen und die Meinung von anderen Menschen nicht mehr so wichtig zu nehmen.
  • Ich habe gelernt die Angst durchleben zu können. Dabei habe ich mir folgende Zeilen notiert, die mir Mut spenden: Wenn ich vor Angst zittere, dann zittere ich einfach, das ist ein natürlicher Vorgang. Aus jeder Zelle des Körpers und des Verstandes entweicht beim Schütteln etwas von der Angstenergie. Ich dränge nichts weg. Die ganze Seele wird von der Angst berührt sein, doch ich lasse es einfach geschehen und atme ganz ruhig und weich, weil ich genau weiss, dass ich sicher bin. So unterdrücke ich nichts und indem ich die Angst zulasse, wird sie mich verlassen. Der Sturm ist vorbei und ich bin wieder zentriert und ruhig. Heute kann ich einen Angstanfall mit bewusstem Fühlen meistens innert Sekunden wandeln. Trotzdem ist die Angst vor der Angst immer noch ab und zu präsent, jedoch nur noch schwach und gut auszuhalten.
  • Ich habe wieder gelernt an eine höhere Macht zu glauben. An das göttliche in allen Lebewesen. (Dazu werde ich in nächster Zeit einen Artikel verfassen) Wenn alle Stricke reissen, kann ich meine Angst an Gott übergeben und das funktioniert immer. Man bekommt immer nur so viel an Last, wie man auch bewältigen und aushalten kann.

All diese positiven Wandlungen, hätte ich ohne meine Aengste wahrscheinlich nie bewirken können. Obwohl diese Zeit für mein Nervenkostüm eine echte Herausforderung war und mir etliche Falten ins Gesicht geprägt hat, kann ich sagen, dass meine Angst ein wertvolles Geschenk für mich war.

Ich kann Dich nur ermutigen, DICH als die wichtigste Person in deinem Leben anzusehen und liebevoll und geduldig mit Dir zu sein. Wenn Du Hilfe brauchst, gönne Dir diese. Es gibt so viele gute Therapeuten, Coaches etc.

Du bist es Wert!

Arbeiten trotz Angst?

Arbeiten trotz Angststörung? Habt Ihr Euch diese Frage auch schon gestellt?

Gerne erzähle ich Euch meine persönliche Geschichte dazu:

Vor. ca. 10 Jahren arbeitete ich Teilzeit in einem Büro und war als Mutter eines Babys, Tochter eines Demenzkranken Vaters und mit einer nicht ganz einfachen Vorgeschichte aus der Kindheit plötzlich mit allem überfordert.

Der Arzt diagnostizierte mir ein Burnout mit Angststörung und Depression. Ich, die Perfektionistin, die früher überall gute Arbeit leistete, bekam nichts mehr auf die Reihe und konnte schlussendlich aufgrund der vielen Angst und schlaflosen Nächte nicht mal mehr die Rechnungen richtig sortieren. Die daraus resultierende Kündigung war dann einerseits ein tiefer Schlag für mein Selbstbewusstsein und andererseits eine grosse Erleichterung.

Die Angst blieb trotz Therapie weiter bestehen und ich stellte mir die Frage, welche beruflichen Perspektiven ich in diesem Zustand noch habe. Die Angst mich wieder anstellen zu lassen war riesig, da ich es privat ja gerade noch knapp in den Supermarkt schaffte.

Immer öfters begann ich, mir Kleider, Geschenke etc. online zu bestellen und so kam mir die Idee einen Onlineshop zu gründen. Ich recherchierte nach einer Marktnische, für die ich mich begeistern konnte und wurde fündig. Meine Euphorie und Motivation war grenzenlos und half mir stark mit meiner Angst. Ich war abgelenkt und auf mein Geschäft fokussiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur ein paar wenige Mitbewerber und der Erfolg stellte sich unerwarteterweise schnell ein. Bald war die Nachfrage so gross, dass ich das Geschäft hätte ausbauen müssen. Meine Angst stand mir da aber im Wege. Ich konnte mir nicht vorstellen, die Verantwortung für Angestellte zu übernehmen und Reisen ins Ausland zu tätigen. Nach 6 Jahren bekam ich dann ein gutes Angebot und verkaufte meinen Shop mit einem tränenden und einem lachenden Auge an ein grosses Unternehmen.

Endlich hatte ich die Gelegenheit mich von den intensiven Jahren zu erholen und die Ruhe zu geniessen. Das war jedoch einfacher gesagt als getan, ich hatte wieder zuviel Zeit zum Grübeln und dementsprechend stieg auch mein Angstpegel wieder an. Zusätzlich plagte mich das schlechte Gewissen, keinen Job zu haben. Ich hatte den Zugang zu mir selber einfach noch nicht gefunden und war absolut „kopfgesteuert“.

Schon 1 Woche nach der Übergabe meines Geschäfts suchte ich nach einer neuen Geschäftsidee. Bei einem Kaffeetratsch erzählte ich dies einer Freundin und sie fragte mich, was denn mein Berufswunsch als Mädchen war.  Bingo, das war es, einen Monat später startete ich mein neues Business als Tier- und Homesitterin.

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Während der letzten 2 Jahren Arbeit mit vielen verschiedenen Tieren, vielen lieben Kunden und ganz viel Zeit draussen in der Natur fand ich endlich zu mir selber und lernte meine Angst als Freund anzunehmen und das Leben zu geniessen.

Ich kann mir keinen besseren und erfüllenderen Job vorstellen für mich. Wenn es mal einen Tag gibt, an dem ich nicht die Möglichkeit habe, mit den Hunden draussen zu sein, bemerke ich am Abend eine Unruhe. Die Spaziergänge sind für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen. Ich schätze die verschiedenen Jahreszeiten so sehr und so wird es nie langweilig. Die Natur zeigt sich stehts in einem neuen Gewand und auch das Wetter zeigt sich immer wieder von einer anderen Seite.

Ich liebe die Sonne genauso wie den Regen, den Wind und den Nebel.

Ich bin so  dankbar für alles, was mir widerfahren ist. Endlich weiss ich, was mir gut tut und was nicht.

p.s. während der letzten Jahre, gab es etliche Tage, an denen ich mit dem Gefühl „Ich schaffe es nicht“ aufgestanden bin. Aber zum Glück ist das nur das Kopfkino, DU SCHAFFST ES IMMER!!!

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Dienstagsmantra

Guten Morgen meine Lieben

Dieses Gedicht nach Joseph Beuys hat mich schon oft inspiriert und ich habe es in einem schönen Rahmen an meine Schlafzimmerwand genagelt;-)

Lass dich fallen,lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten. Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein, mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und verteile sie überall in deinem Haus. Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit. Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht. Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere „verantwortlich zu sein“, tue es aus Liebe. Glaube an Zauberei, lache eine Menge, bade im Mondlicht. Träume wilde phantasievolle Träume, Lies jeden Tag. Stell dir vor, du wärst verzaubert, verbring deine Zeit mit Kindern, höre alten Leuten zu. Spiele mit allem, du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken, umarme Bäume, schreibe Briefe, lass die Angst fallen.