Das beste Antidepressivum der Welt

Mit Antidepressiva habe ich in den letzten Jahren Erfahrung gemacht.

Wollt Ihr wissen welches AD für mich das Beste ist?

Es ist nicht Paroxetin, auch nicht Citalopram, sondern Trommelwirbel…..es heisst Balou, ist goldfarben, süss und hat vier fellige Pfoten.

Balou ist ein Goldenretriever und mein enger Wegbegleiter seit einigen Jahren und tut mir sowas von Gut!

Jeden Tag, bei jedem Wetter durchstreifen wir zusammen die Wälder. Er ist mein persönlicher Assistent bei meinem Job als Hundesitterin und ausserdem ist er mein wichtigster Lehrer.

Balou lebt mir folgende Lebensweisheiten tagtäglich vor:

  • Tu alles, was Du kannst, in der Zeit, die Du hast, an dem Ort, wo Du bist.
  • Sei glücklich mit dem, was Du hast, das kann auch nur ein Stein sein oder eine verschneite Wiese.
  • Sei nicht nachtragend, auch wenn Dich jemand verletzt hat, denn damit schadest Du Dir nur selber.
  • Geniesse die Natur, ein klarer Bergsee, eine frisch gemähte Wiese, einen Spaziergang im Schnee oder durch den herbstlichen Wald.
  • Halte ganz viele Nickerchen und geniesse das Nichtstun.
  • Habe keine Vorurteile gegenüber Fremden und behandle alle gleich, ob arm oder reich!
  • Geniesse das Essen ohne Kalorienzählen.
  • Schäme Dich nicht, es gibt nichts, das uns peinlich sein muss. Was andere über uns denken, kann uns egal sein, Hauptsache, wir fühlen uns wohl dabei.
  • Werde nicht zu „Erwachsen“, sondern behalte deine kindliche und verspielte Seite.

Danke mein lieber Balou, dass es Dich gibt ❤

Arbeiten trotz Angst?

Arbeiten trotz Angststörung? Habt Ihr Euch diese Frage auch schon gestellt?

Gerne erzähle ich Euch meine persönliche Geschichte dazu:

Vor. ca. 10 Jahren arbeitete ich Teilzeit in einem Büro und war als Mutter eines Babys, Tochter eines Demenzkranken Vaters und mit einer nicht ganz einfachen Vorgeschichte aus der Kindheit plötzlich mit allem überfordert.

Der Arzt diagnostizierte mir ein Burnout mit Angststörung und Depression. Ich, die Perfektionistin, die früher überall gute Arbeit leistete, bekam nichts mehr auf die Reihe und konnte schlussendlich aufgrund der vielen Angst und schlaflosen Nächte nicht mal mehr die Rechnungen richtig sortieren. Die daraus resultierende Kündigung war dann einerseits ein tiefer Schlag für mein Selbstbewusstsein und andererseits eine grosse Erleichterung.

Die Angst blieb trotz Therapie weiter bestehen und ich stellte mir die Frage, welche beruflichen Perspektiven ich in diesem Zustand noch habe. Die Angst mich wieder anstellen zu lassen war riesig, da ich es privat ja gerade noch knapp in den Supermarkt schaffte.

Immer öfters begann ich, mir Kleider, Geschenke etc. online zu bestellen und so kam mir die Idee einen Onlineshop zu gründen. Ich recherchierte nach einer Marktnische, für die ich mich begeistern konnte und wurde fündig. Meine Euphorie und Motivation war grenzenlos und half mir stark mit meiner Angst. Ich war abgelenkt und auf mein Geschäft fokussiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur ein paar wenige Mitbewerber und der Erfolg stellte sich unerwarteterweise schnell ein. Bald war die Nachfrage so gross, dass ich das Geschäft hätte ausbauen müssen. Meine Angst stand mir da aber im Wege. Ich konnte mir nicht vorstellen, die Verantwortung für Angestellte zu übernehmen und Reisen ins Ausland zu tätigen. Nach 6 Jahren bekam ich dann ein gutes Angebot und verkaufte meinen Shop mit einem tränenden und einem lachenden Auge an ein grosses Unternehmen.

Endlich hatte ich die Gelegenheit mich von den intensiven Jahren zu erholen und die Ruhe zu geniessen. Das war jedoch einfacher gesagt als getan, ich hatte wieder zuviel Zeit zum Grübeln und dementsprechend stieg auch mein Angstpegel wieder an. Zusätzlich plagte mich das schlechte Gewissen, keinen Job zu haben. Ich hatte den Zugang zu mir selber einfach noch nicht gefunden und war absolut „kopfgesteuert“.

Schon 1 Woche nach der Übergabe meines Geschäfts suchte ich nach einer neuen Geschäftsidee. Bei einem Kaffeetratsch erzählte ich dies einer Freundin und sie fragte mich, was denn mein Berufswunsch als Mädchen war.  Bingo, das war es, einen Monat später startete ich mein neues Business als Tier- und Homesitterin.

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Während der letzten 2 Jahren Arbeit mit vielen verschiedenen Tieren, vielen lieben Kunden und ganz viel Zeit draussen in der Natur fand ich endlich zu mir selber und lernte meine Angst als Freund anzunehmen und das Leben zu geniessen.

Ich kann mir keinen besseren und erfüllenderen Job vorstellen für mich. Wenn es mal einen Tag gibt, an dem ich nicht die Möglichkeit habe, mit den Hunden draussen zu sein, bemerke ich am Abend eine Unruhe. Die Spaziergänge sind für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen. Ich schätze die verschiedenen Jahreszeiten so sehr und so wird es nie langweilig. Die Natur zeigt sich stehts in einem neuen Gewand und auch das Wetter zeigt sich immer wieder von einer anderen Seite.

Ich liebe die Sonne genauso wie den Regen, den Wind und den Nebel.

Ich bin so  dankbar für alles, was mir widerfahren ist. Endlich weiss ich, was mir gut tut und was nicht.

p.s. während der letzten Jahre, gab es etliche Tage, an denen ich mit dem Gefühl „Ich schaffe es nicht“ aufgestanden bin. Aber zum Glück ist das nur das Kopfkino, DU SCHAFFST ES IMMER!!!

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