Das böse Spiel mit der Angst

Menschen sind niemals beeinflussbarer, wie wenn sie Angst haben!

Momentan werden wir wieder täglich mit fett gedruckten Negativschlagzeilen und Bildern bombardiert, die in vielen von uns Angst schüren.

Gerne erzähle ich euch von meiner eigenen Erfahrung mit solchen Schlagzeilen:

Vor etlichen Jahren war das Thema Vogelgrippe in den Medien präsent, sicher mögt Ihr Euch noch daran erinnern?!  Zu dieser Zeit fürchtete ich mich vor nichts so sehr, wie vor Krankheiten. Was diese Schlagzeilen in mir auslösten, ist fast nicht in Worte zu fassen und trug sicher teilweise zu meinem Burnout bei. Ich war wie gelähmt vor Angst und befürchtete das Schlimmste. Dementsprechend bunkerte ich Desinfektionsmittel, Masken und Nahrungsmittelvorräte im Keller. Zum Glück bekam ich kein Rezept, sonst hätte ich auch noch Tamiflu besorgt;-) Und was traf ein von all den Prophezeiungen? Weniger Menschen erkrankten an der Vogelgrippe, als an einer gewöhnlichen Grippe! Dafür machte Roche ein Milliardengeschäft…Von ähnlichen Ausgängen der Negativschlagzeilen könnte ich ein Buch füllen!

Nach dieser Geschichte machte ich meine erste Psychotherapie und verzichtete 2 Jahre komplett auf Nachrichten. Mein mentales Befinden verbesserte sich enorm in dieser Zeit.

Heute verfolge ich die News wieder, jedoch mit einer gewissen Achtsamkeit. Ich hinterfrage die Artikel und lasse mich nicht mehr beeinflussen. Mir ist bewusst geworden, dass sich Negativschlagzeilen besser verkaufen lassen und viele Journalisten, nicht ganz unabhängig sind.

Parteien können im Wahlkampf von den richten Beiträgen profitieren und Politiker und Regierungen können durch das verängstigte Volk sogar „Freipässe“ für Kriege ergattern:-(

Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir uns in der aktuellen Flüchtlingskrise nicht durch die Medien manipulieren lassen und uns immer mehr in „Rechts“ und „Links“ spalten.

  • Lasst uns aus der Geschichte Lehren ziehen und diese nicht wiederholen!
  • Lasst uns nicht mehr unüberlegt Nachrichten konsumieren um dementsprechend die Situation zu verurteilen, sondern hinterfragt, was uns evt. vorenthalten wird!
  • Lasst uns nicht Beiträge in sozialen Medien teilen, deren Wahrheit wir nicht kennen!
  • Lasst uns gegenseitig Mut zusprechen!
  • Lasst uns die Angst vor dem Unbekannten ablegen und zusammenhalten für ein stabiles Europa und für eine friedliche Welt!

Ich bin mir sicher, dass wir das zusammen schaffen werden und freue mich auf Eure Meinungen zu diesem Thema:-)

Herzlichst Sarah

PS: Liebe Journalisten und Verantwortliche, ich plädiere nicht für eine „Schönfärbung“, sondern für eine ausgewogene Berichterstattung. Danke!

Der Zwang „Glücklich zu sein“

Schon eine ganze Weile habe ich keinen neuen Artikel mehr geschrieben…das liegt einerseits daran, dass ich in den Ferien war und im Job als Haus- und Tiersitterin nun Hochsaison habe und andererseits daran, dass ich nur schreiben kann, wenn ich wirkliche Motivation dafür verspüre und das Bedürfnis habe, etwas mitzuteilen, das auch anderen Menschen helfen kann. Ich bin sehr froh, mich nie auf regelmässige Erscheinungsdaten festgelegt zu haben und somit keinen Schreibzwang habe:-)

Jedoch ist mir in den Sommerferien ein anderer Zwang bewusst geworden! …..Wir sassen im Flugzeug mit Ziel Korsika. Die Vorfreude war vielen Passagieren ins Gesicht geschrieben. Im Gegenzug dazu fühlte ich mich so emotionslos und leer. Ich versuchte mich zwanghaft auf die geplanten Ferien zu freuen und was passierte stattdessen?…ich bekam Panik und wäre am liebsten rechts und kehrt zurück in die Schweiz geflogen:-(

Am Boden angekommen verstärkte sich die Angst noch und die Anspannung blieb in den nächsten Tagen und erreichte ihren Höhepunkt am Tag 4. Wir kamen auf unserer Rundreise in einem wunderschönen Hotel, oberhalb einer Klippe, direkt am Meer gelegen, an. Ich schlenderte durch die traumhafte Parkanlage mit prächtigen Blumen, verschiedenen Teichen, alten Bäumen, toller Poolanlage und einem atemberaubenden Blick auf das türkisblaue Meer. Dieser Traum wurde in jenem Moment jedoch zum Alptraum für mich….so eine heftige Panikattacke hatte ich schon lange nicht mehr und es hätte nicht viel mehr gebraucht und ich wäre auf der Stelle abgereist.

Mit Annahme, bewusstem Fühlen und Achtsamkeit konnte ich mich nach einer gewissen Zeit wieder beruhigen und fand in meine Mitte zurück. Lange überlegte ich an diesem Abend, warum mir das immer ausgerechnet an den schönsten Orten, Anlässen etc. passiert, welche andere Menschen meiner Meinung nach in vollen Zügen geniessen können.

An diesem Tag habe ich ein weiteres Puzzleteil meines Selbstfindungsprozesses gefunden. Ich habe oder besser gesagt hatte den Zwang glücklich sein zu müssen und gerade solche speziellen Tage zu geniessen und nicht zu versagen. Gerade in der heutigen Zeit der Selbstinszenierung auf sozialen Plattformen, wo uns nur breit grinsende Gesichter entgegen blicken mit traumhaften und atemberaubenden Kulissen im Hintergrund, ist der Druck dem zu entsprechen besonders gross.  Andernfalls hat man das Gefühl nicht normal zu sein. Am Urlaubsort können sich die Schuldgefühle verstärken, weil man erwartet, dass einem die wenigen freien Tage im Jahr gut tun müssen, sich aber einfach kein Feriengefühl einstellt. Sogar deine Freunde wünschen Dir vor der Abreise: Schöne Ferien, geniesse es in vollen Zügen!

Meine Gedanken waren: „Mein Gott, weisst Du, wie lange wir für diese Ferien arbeiten mussten! Ich muss diese nun geniessen und sollte dankbar sein, da so viele Menschen nie so etwas erleben dürfen. Ebenfalls darf ich nun ja nicht auch noch die Ferien von meinem Sohn und meinem Mann versauen! Was werden die anderen nur denken von mir, wenn ich die Ferien abbrechen muss, etc. ……..Meine Fantasie ist sehr kreativ, vielleicht sollte ich Autorin von Horrorbüchern werden;-)

Als mir dieser Zwang, den ich mir da selber auferlegt habe, bewusst wurde, „wieder einmal dank meiner Angst“, konnte ich loslassen und weisst Du was; ich konnte die letzten Tage noch so richtig toll geniessen und bereute, dass wir nur 7 Tage gebucht hatten.

Mit der Einstellung, alles darf sein, wie es ist, „Flop oder Top“, geht alles einfacher. Egal ob es die Hochzeit deines Bruders, ein atemberaubender Sonnenuntergang oder die Weihnachtsfeier ist. Es darf schön sein, muss aber nicht!  Es kommt alles so wie es richtig ist, vertraue dem Fluss des Lebens und lass Dich treiben…..<3

Bin ich wirklich krank oder einfach nur normal?

Diese Frage stellte ich mir in den letzten Jahren sehr oft und heute habe ich eine Antwort darauf gefunden:-)

Aber drehen wir die Uhr noch einmal zurück. Vor 8 Jahren war ich noch ganz „NORMAL“ und konnte ohne Problem meinen Versicherungsanbieter wechseln. Damals arbeitete ich viel zu viel, schlief viel zu wenig und umsorgte alle, nur nicht mich selber! Das Resultat davon waren massive Ängste, Panikattacken und Hoffnungslosigkeit. Das, was mir jedoch komplett den Boden unter den Füssen wegzog, war die vom Arzt gestellte Diagnose: Burnout, Depression und generalisierte Angststörung! Mit diesen 3 Fachbegriffen fühlte ich mich dann endgültig verloren und krank.

Immer wieder höre oder lese ich von Leidensgenossen, wie gut es ihnen tat, als sie für ihr Leiden endlich einen Namen bekamen. Für mich, war jedoch das Gegenteil der Fall. Dieser Befund lähmte mich und brachte mich in die Opferrolle. Nebst Gesprächstherapie, auf die ich eine gefühlte Ewigkeit warten musste, wurden mir Antidepressiva und Beruhigungstabletten verordnet. Als ich meine Bedenken gegenüber diesen Beruhigungstabletten äusserte, meinte der Hausarzt, dass diese total praktisch seien, man könne sie überall mitnehmen und kurz auf der Zunge zergehen lassen. Er selber würde auch ähnliche Medikamente einnehmen. Zum Glück war meine Angst davor zu gross, so dass ich „nur“ die Antidepressiva von da an täglich einnahm. Gegen Angst helfen sie schon länger nicht mehr, aber das Absetzen ist für mich ein sehr schwieriges Unterfangen. Ich möchte nicht komplett dagegen sprechen. Diese Tabletten waren die ersten Jahre ein Segen und dafür bin ich dankbar, nur das Absetzen ist sehr schwierig, da die Absetzsymptome fast 2 Jahre dauern können! Wenn ich als Mutter nicht mehr so in der Verantwortung bin, werde ich jedoch meinen 7. und letzten Versuch starten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich meine Ängste nicht über Jahre hinweg gezogen hätten, wenn ich folgende Informationen und Botschaften gleich zu Beginn gehabt hätte:

  • dass Ängste normal sind und zu uns Menschen gehören, wie jedes andere Gefühl auch.
  • dass ich in einer Verhaltenstherapie den richtigen Umgang damit lernen kann.
  • dass ich mit Achtsamkeit lernen kann, die Angst anzunehmen, zu durchfühlen und zu mir selber finden kann.
  • dass ich viel stärker bin, als ich glaube und auf meine Selbstheilungskräfte vertrauen kann.
  • dass ich nicht krank bin, sondern erschöpft und verängstigt.
  • dass ich mich nun um mich selber kümmern darf und mich nach 40 Jahren endlich richtig kennen lernen darf.
  • dass diese Krise eine Riesenchance auf ein besseres Leben ist.
  • dass ich mich nicht schämen muss, da so viele Menschen betroffen sind.
  • dass alles sein darf!!!!

Das hätte mir persönlich viel mehr geholfen, als wöchentlich einer Therapeutin zu erzählen wie es mir in der Woche ergangen war und Tabletten zu schlucken.

Lebenskrisen, Ängste und Trauer gehören zu unserem Leben und hat es schon immer gegeben. 

Evt. suchen wir heute vorschnell psychologische Hilfe, werden dadurch zu schnell als krank abgestempelt und können dann durch die Behandlung gar nicht mehr auf unsere Selbstheilungskräfte vertrauen. Vorschnelle und falsche Behandlungen unterbrechen leider den natürlichen Verarbeitungsprozess und können schlimmstenfalls echte psychische Krankheiten begünstigen.

Heutzutage werden normale Lebenskrisen zu oft pathologisiert und Menschen verlieren durch den Stempel „krank“ das Gefühl selbstwirksam sein zu können und chronifizieren ihre Probleme.

Meiner Meinung nach, dürfen Menschen mit Problemen nicht zu „Patienten“ gemacht werden. Oder kennst Du eine Person, die keine Sorgen und Ängste kennt?

Meine Frage zu Beginn dieses Artikels, kann ich aus heutiger Sicht ganz klar mit „ich bin normal“ beantworten. Vielleicht ein wenig sensibler und feinfühliger als der Durchschnitt, aber das darf sein und ist keine Krankheit.

Mein Freund namens Unsicherheit

Ein, na ja sagen wir mal etwas unangenehmer Weggefährte und ich haben nach vielen Jahren wieder Freundschaft geschlossen.

Meine Unsicherheit und ich kennen uns schon mein ganzes Leben lang und wir hatten in der Kindheit ein relativ entspanntes Verhältnis. Damals waren wir: Ich, die Freude, die Liebe, das Vertrauen , die Angst und Du ein super Team. Ihr wart meine 5 Freunde und wir unterstützten uns gegenseitig und waren beinahe unbesiegbar. Zusammen waren wir voller Lebensmut und sahen das Leben als ein grosses Abenteuer an.

Im Laufe der Jahre , nach der Anpassung an die Leistungsgesellschaft und ein paar Schicksalsschlägen wurdest Du und die Angst immer dominanter und unterdrückten die Freude, das Vertrauen und die Liebe. Es kam so weit, dass ich euch hasste und zu meinen Feinden erklärte. Mit allen Mitteln versuchte ich euch zu bekämpfen. Aber das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Trotz Medikamenten, Vermeidung von Situationen, in denen ihr zu erwarten wart, seid ihr standhaft geblieben und wurdet immer präsenter.

Nach jahrelangem Kampf war ich endlich zu müde und kapitulierte. Plötzlich begriff ich, dass ich den Kampf gegen einen Teil von mir nie gewinnen konnte.

Zuerst näherte ich mich zögerlich wieder der Angst an und als diese nach längerer Testphase endlich sicher war, dass ich es ernst meinte, unterdrückte sie auch die Liebe nicht mehr länger.

Es war so schön, nach so langer Zeit die Liebe wieder einmal so intensiv spüren zu dürfen:-)

Die Liebe und die Angst sind in ihrem Ursprung zwei Seiten einer Medaille und gehören zum Leben. Ohne ein gewisses Quantum an Angst würde uns der Antrieb für Veränderungen fehlen und sie beschützt uns vor Gefahren.

Der Weg als Mensch zu wachsen, führt meistens, wenn nicht sogar immer durch die Angst.

Nachdem ich mich mit der Angst wieder verbündet hatte, waren wir beinahe wieder die alte unbesiegbare Gang aus der Kindheit. Nur die Unsicherheit wollte sich noch nicht so recht wieder eingliedern und dominierte. Zumindest dachte ich das. Immer wieder berieselte sie mich, mit für mich schlimmen Erinnerungen aus der Vergangenheit, die ich unter keinen Umständen wieder erleben wollte.

Aber was konnte ich dagegen tun???

Ich habe so viel versucht, so viele Bücher gelesen, Therapien gemacht etc. und bin zum Entschluss gekommen, dass es kein Patentrezept dafür gibt.

Ich für mich, habe die Unsicherheit wieder umarmt und zu meinem Freund gemacht. Das gelang mir, in dem ich gelernt habe, mich genau so, wie ich bin, zu akzeptieren und meine Schwächen nicht mehr verstecke. Alles in mir darf sein und lässt mich wachsen.

Alle Gefühle, die mich beängstigen, versuche ich ganz bewusst zu fühlen, in dem ich mich ganz liebevoll mitten in das Gefühl sinken lasse und dabei weich und ruhig atme. Genau so, als würde ich Licht ins Dunkle bringen und dann scheint es nicht mehr so gefährlich und die Liebe und und das Vertrauen kommen allmählich zum Vorschein. Diesen Vorgang habe ich über längere Zeit immer wieder geübt und je nach Verfassung, gelingt es mir nicht immer, aber immer öfters;-)

Das fühlt sich gut und ehrlich an und gibt mir Kraft. So kann ich das Gefühl als Gefühl wahrnehmen, bleibe bei mir selber und identifiziere mich nicht mehr mit ihm. So kann sich die Angst auch nicht mehr in Panik steigern.

Eigentlich bin ich einfach nur sensibel, feinfühlig und sehr kreativ im Umgang mit meiner Vorstellungskraft und habe eine aussergewöhnlich scharf eingestellte Alarmanlage.

Meine lieben Freunde Angst und Unsicherheit, lange dachte ich, ihr würdet meine Lebensfreude unterdrücken, dabei war ich es, die euch nicht mehr haben wollte und nicht begriff, dass ihr zu mir und meinem Leben gehört.

BITTE ENTSCHULDIGT MEIN UNWISSEN. Ich freue mich, mit euch ALLEN, ALLES zu erleben, was das Leben für uns bereit hält. DANKE ❤

Arbeiten trotz Angst?

Arbeiten trotz Angststörung? Habt Ihr Euch diese Frage auch schon gestellt?

Gerne erzähle ich Euch meine persönliche Geschichte dazu:

Vor. ca. 10 Jahren arbeitete ich Teilzeit in einem Büro und war als Mutter eines Babys, Tochter eines Demenzkranken Vaters und mit einer nicht ganz einfachen Vorgeschichte aus der Kindheit plötzlich mit allem überfordert.

Der Arzt diagnostizierte mir ein Burnout mit Angststörung und Depression. Ich, die Perfektionistin, die früher überall gute Arbeit leistete, bekam nichts mehr auf die Reihe und konnte schlussendlich aufgrund der vielen Angst und schlaflosen Nächte nicht mal mehr die Rechnungen richtig sortieren. Die daraus resultierende Kündigung war dann einerseits ein tiefer Schlag für mein Selbstbewusstsein und andererseits eine grosse Erleichterung.

Die Angst blieb trotz Therapie weiter bestehen und ich stellte mir die Frage, welche beruflichen Perspektiven ich in diesem Zustand noch habe. Die Angst mich wieder anstellen zu lassen war riesig, da ich es privat ja gerade noch knapp in den Supermarkt schaffte.

Immer öfters begann ich, mir Kleider, Geschenke etc. online zu bestellen und so kam mir die Idee einen Onlineshop zu gründen. Ich recherchierte nach einer Marktnische, für die ich mich begeistern konnte und wurde fündig. Meine Euphorie und Motivation war grenzenlos und half mir stark mit meiner Angst. Ich war abgelenkt und auf mein Geschäft fokussiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur ein paar wenige Mitbewerber und der Erfolg stellte sich unerwarteterweise schnell ein. Bald war die Nachfrage so gross, dass ich das Geschäft hätte ausbauen müssen. Meine Angst stand mir da aber im Wege. Ich konnte mir nicht vorstellen, die Verantwortung für Angestellte zu übernehmen und Reisen ins Ausland zu tätigen. Nach 6 Jahren bekam ich dann ein gutes Angebot und verkaufte meinen Shop mit einem tränenden und einem lachenden Auge an ein grosses Unternehmen.

Endlich hatte ich die Gelegenheit mich von den intensiven Jahren zu erholen und die Ruhe zu geniessen. Das war jedoch einfacher gesagt als getan, ich hatte wieder zuviel Zeit zum Grübeln und dementsprechend stieg auch mein Angstpegel wieder an. Zusätzlich plagte mich das schlechte Gewissen, keinen Job zu haben. Ich hatte den Zugang zu mir selber einfach noch nicht gefunden und war absolut „kopfgesteuert“.

Schon 1 Woche nach der Übergabe meines Geschäfts suchte ich nach einer neuen Geschäftsidee. Bei einem Kaffeetratsch erzählte ich dies einer Freundin und sie fragte mich, was denn mein Berufswunsch als Mädchen war.  Bingo, das war es, einen Monat später startete ich mein neues Business als Tier- und Homesitterin.

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Während der letzten 2 Jahren Arbeit mit vielen verschiedenen Tieren, vielen lieben Kunden und ganz viel Zeit draussen in der Natur fand ich endlich zu mir selber und lernte meine Angst als Freund anzunehmen und das Leben zu geniessen.

Ich kann mir keinen besseren und erfüllenderen Job vorstellen für mich. Wenn es mal einen Tag gibt, an dem ich nicht die Möglichkeit habe, mit den Hunden draussen zu sein, bemerke ich am Abend eine Unruhe. Die Spaziergänge sind für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen. Ich schätze die verschiedenen Jahreszeiten so sehr und so wird es nie langweilig. Die Natur zeigt sich stehts in einem neuen Gewand und auch das Wetter zeigt sich immer wieder von einer anderen Seite.

Ich liebe die Sonne genauso wie den Regen, den Wind und den Nebel.

Ich bin so  dankbar für alles, was mir widerfahren ist. Endlich weiss ich, was mir gut tut und was nicht.

p.s. während der letzten Jahre, gab es etliche Tage, an denen ich mit dem Gefühl „Ich schaffe es nicht“ aufgestanden bin. Aber zum Glück ist das nur das Kopfkino, DU SCHAFFST ES IMMER!!!

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Dienstagsmantra

Guten Morgen meine Lieben

Dieses Gedicht nach Joseph Beuys hat mich schon oft inspiriert und ich habe es in einem schönen Rahmen an meine Schlafzimmerwand genagelt;-)

Lass dich fallen,lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten. Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein, mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und verteile sie überall in deinem Haus. Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit. Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht. Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere „verantwortlich zu sein“, tue es aus Liebe. Glaube an Zauberei, lache eine Menge, bade im Mondlicht. Träume wilde phantasievolle Träume, Lies jeden Tag. Stell dir vor, du wärst verzaubert, verbring deine Zeit mit Kindern, höre alten Leuten zu. Spiele mit allem, du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken, umarme Bäume, schreibe Briefe, lass die Angst fallen.