Habe den Mut, mutig zu sein!

Nicht immer hört sich Mut laut an. Manchmal ist Mut auch die leise Stimme am Ende des Tages, die sagt: Morgen werde ich es wieder versuchen….

Mary Anne Rademacher

Was bedeutet es für Dich, mutig zu sein?

Jeder Mensch hat eine andere Definition von Mut. Für die Einen braucht es Mut, eine ungeliebte Stelle zu kündigen und für den Anderen ist schon das Beobachten eines Schmetterlings eine Überwindung. Ich z.B. kann ohne grosse Probleme meinen Revisionsbericht vor 200 Menschen vortragen, habe aber dafür Mühe liebe Menschen zu uns Nachhause einzuladen. Nicht etwa wegen meiner Kochkünste oder meinem Haushalt, der zugegebenermassen schon manchmal zu wünschen übrig lässt;-) Nein, vor Jahren hatte ich eine Panikattacke, während dem Freunde bei uns waren und das war mir so schrecklich unangenehm, dass sich dieser Vorfall ganz tief in mein Unterbewusstsein geprägt hat. An diesem Thema bin ich aber fleissig am üben und werde immer gelassener:-)

Wer nie ängstlich war, musste auch nie mutig sein. Mut ist die edelste Form von Angst.

Das ist auch der Grund, dass ich beinahe mein ganzes Leben lang schon mutig bin. Auch unter extremen Angstzuständen ging ich trotzdem einkaufen, mit meinem Sohn zum Arzt, zum Elterngespräch etc.

Aus heutiger Sicht, würde ich es langsamer angehen lassen und würde mehr auf mein Herz hören. Dieses Vorgehen hat mich wahrscheinlich vor einem Klinikaufenthalt bewahrt, war aber nicht liebevoll mir gegenüber. Keine Schwäche zu zeigen hat nichts mit Mut zu tun, die Anpassung ist oft viel einfacher.

Heute bedeutet Mut für mich das, was für gewöhnlich nicht mit Mut in Verbindung gebracht wird:

  • Schwäche und Verletzlichkeit zeigen und sich erlauben, Ziele nicht zu erreichen.
  • Fehler eingestehen.
  • Sich authentisch und schutzlos zeigen.

Der Mutige hat seine selbstauferlegten Fesseln satt, er will endlich in Freiheit leben. Sei bereit deine Bequemlichkeit zu opfern, die Komfortzone zu verlassen und die Unsicherheit auszuhalten, um eine neue Freiheit zu entdecken.

Das Gute daran – Mut kann man einüben!

Gehe in kleinen Schritten vor. Mit jeder Hürde, die Du nimmst, wird dein Selbstvertrauen steigen. Habe aber auch den Mut, an Tagen, an denen Du dich unwohl fühlst, auch mal mutlos sein zu dürfen. Gönne Dir immer wieder Ruhephasen und Entspannung und höre auf dein Herz.

Damit Du Fortschritte machst, ist es ganz wichtig, alle Gefühle, die auf deinem Weg „raus aus der Komfortzone“ entstehen, anzunehmen und willkommen zu heissen. Sie gehören dazu und sind ganz normal. Das bedeutet nicht, dass Du scheiterst oder einen Rückfall hast, sondern das bedeutet „Leben mit Mut“.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen: Viel Mut zum Mut:-)

Vertrauen ist ein mutiger Akt. Trau dich, dem Leben zu vertrauen. Es wünscht dir, dass du das Beste daraus machst, unter der Führung deines Herzens.

Robert Betz

Anteile von Dir, die Du nicht magst…

Jeder Mensch verfügt über verschiedene Charaktereigenschaften, Denk- und Erlebensweisen oder auch Persönlichkeitsanteile und Seelenanteile genannt. Diese Anteile wirken meist unbewusst und sind Besonderheiten, die mit früheren Lebensabschnitten zusammenhängen. Jeder Anteil erfüllt eine ganz bestimmte Aufgabe in unserer Persönlichkeit. Sind die Anteile gesund und in der Seele integriert, so kann das Potenzial jedes Anteils harmonisch gelebt werden. Jedoch kann es durch Schockerlebnisse, sehr schmerzhafte Erfahrungen, Angstzustände und extremen Stress zur Abspaltung einer oder mehrer Anteile kommen.

Die abgespaltenen Seelenanteile nehmen den scheinbar unerträglichen Schmerz auf sich, damit sich die äussere Persönlichkeit weiter entwickeln kann.

Der abgespaltene Teil, nimmt sich selber als Persönlichkeit wahr und dadurch, dass wir Menschen ihn verdrängen, kann er uns in die Opferrolle bringen, psychische Probleme und sogar Krankheiten erzeugen.

Bei mir hat es ziemlich lange gedauert, bis ich meine abgespaltenen Persönlichkeitsanteile bewusst wahrnehmen und zuordnen konnte. Zuvor plagten mich diffuse Aengste, Rückenschmerzen, Magen-Darmprobleme, Schlafprobleme etc., bei denen ich jeweils die Symptome behandelte aber nie die Ursache fand.

Erst im Verlaufe meines Selbstfindungsprozesses, gelang es mir nach und nach einzelne Teile zu lokalisieren und zu benennen. Das ist übrigens noch spannender als Puzzle zu machen und dauert wahrscheinlich mein ganzes Leben an;-)

Gerne erkläre ich euch das an einem Beispiel von mir, damit es verständlicher wird:

Einer meiner Seelenanteile, der im Unbewussten gewirkt hatte und von mir verdrängt worden ist, musste viel Verantwortung übernehmen und wurde immer gedrängt zu funktionieren. Dieser Teil löste in mir dann jeweils Aengste und Panik aus, sobald ich wieder zu viel Verantwortung für andere Personen übernahm und mich selber zu vernachlässigen begann.

In der Zwischenzeit habe ich gelernt, diesen Anteilen Raum zu geben und ihnen mit viel Geduld, Verständnis und Liebe zu begegnen. Manchmal spreche ich mit diesen und frage sie, was sie von mir brauchen. Die Abspaltung verliert so ihre Energie und wird wieder integriert. So kommen wir wieder zur „Ganzheit“ und können uns selber heilen.

Mit der Zeit versteht man sich immer besser und kommt so nicht mehr so schnell in die Opferrolle hinein. Manchmal komme ich mir vor wie ein Forscher, der mein Selbst erkundet und das ist sehr sehr spannend und vor allem hilfreich.

Heute habe ich Mitgefühl und Respekt für diese Anteile, denn sie haben all das Schwere auf sich genommen, damit ich mich trotz Schicksalsschlägen unbeschadet weiterentwickeln durfte.

Jeder ist eine Blüte

Passend zum Frühlingsbeginn fand ich diese wunderschöne Geschichte. Sie macht Mut unsere selbst gemachten Grenzen zu sprengen, das Einzigartige in uns zu entfalten und unsere Träume aufblühen zu lassen.

In einem Garten standen viele Blumen. Sie blühten in den herrlichsten Farben. Eine unter ihnen meinte, dass sie eine ganz besondere Blume sei. Im Frühjahr nahm sie sich vor, mit dem Blühen noch zu warten. Denn es könnte ja sein, dass ein Spätfrost ihre Blüte zerstören würde. Sie blieb lieber noch eine Weile in ihrer Knospe, denn das war einfach vernünftiger.

Später dann, im Mai und Juni erblühten die meisten Blumen. Sie zeigten sich in ihren schönsten Farben und verströmten die betörendsten Düfte. Noch immer hielt sie es für zu gefährlich, ihre Knospe zu verlassen und sich in all ihrer Pracht zu zeigen. Es könnte ja schließlich regnen und wie würde sie dann aussehen? Nein, sie wollte noch warten, bis sie sich ganz sicher war.

Ganz schlimm fand sie die Vorstellung, von einem Menschen gepflückt und in eine Vase gestellt zu werden. Als Knospe könnte ihr das nicht passieren. Heimlich bewunderte sie allerdings die anderen Blumen. Wie sie im Wind wiegten, sich in der Sonne räkelten, ihre herrlichen Farben zur Schau trugen und mit ihrem Duft verzauberten. Die anderen waren im Gegensatz zu ihr so unglaublich lebendig. Sie fühlte den Wunsch mitblühen zu wollen, aber sie war sich einfach zu unsicher. Wer weiß, vielleicht wäre sie gar nicht so schön, wie die anderen oder würde nicht so gut duften. Am Ende würde sie noch ausgelacht. Nein, da blieb sie lieber noch in ihrer Knospe.

Aber sie fühlte oft die Einsamkeit und Enge in ihrem Blumenherzen und kam sich vom Leben ausgeschlossen vor. Jedoch tröstete sie sich, wenn anderen Blumen einmal über Nacht etwas zugestoßen war. Denn soetwas würde ihr nicht passieren. Doch die Sehnsucht, sich einfach dem Leben hinzugeben, die Sonne mit den Blütenblättern aufzufangen oder den kühlen Regen zu genießen, drängte sie immer wieder.

Bald war es August und immer schwerer wurde ihr die Entscheidung. Angst und Neugier – Sicherheit und Lebenslust kämpften in Ihrer Seele miteinander, ohne, dass eine Seite die Oberhand gewann. Sie befürchtete mittlerweile schon fast zu alt zum Blühen zu sein, aber sie beschloss weiterhin zu warten.

Doch in ihrem Bedürfnis nach Sicherheit wurde sie immer unsicherer. Sie war ihr Leben lang eine Knospe gewesen und hatte schließlich keinerlei Erfahrung im Blühen. Die Ahnung, wie unglaublich schön das Blühen sein musste wuchs trotz allem immer mächtiger in ihr heran. Der September brach an und mit ihm kamen neue Gefahren. Sie könnte nun einer besonders kalten Nacht zum Opfer fallen. Doch im Grunde fühlte sie sich in ihrer alten harten Knospenschale schon fast erfroren. Was gab es noch zu verlieren?

Und so kam es, dass sie an einem besonders milden Septembermorgen, doch noch ihre Hüllen fallen ließ. Das Gefühl, den Mut aufgebracht zu haben, sich in ihrer ganzen Farbenpracht zu zeigen und ihren wundervollen Duft verströmen zu können, machte sie einfach nur glücklich. Sie wurde schließlich noch zu einer fantastischen Blüte, die viel bewundert wurde. Sie wusste nun, dass Blühen nichts mit Können zu tun hat, sondern mit Sein.

„Jeder ist eine Blüte“ von Kristiane Allert-Wybranietz
(nacherzählt von Ralf Hillmann)

Öffne dein Herz für Dich…

Zu jedem Menschen gehören immer zwei Seiten. Er ist mutig und feige, ehrlich und unehrlich, laut und leise, selbstbewusst und scheu, gut und böse, stark und schwach. Auch in Dir sind beide Seiten vorhanden, auch wenn Du nur die eine Seite magst. Öffne dein Herz für das bisher Abgelehnte und sage: Ich bin das eine und ich darf auch das andere sein.

Robert Betz

Heute möchte ich euch gerne meine Geschichte erzählen, wie ich es geschafft habe, mein Herz zu öffnen und wie ich den Zugang zu meinem inneren Kind gefunden habe.

Während meines Burnout’s kam ich zum ersten Mal mit einem Heiler in Kontakt. Zu diesem Zeitpunkt war die Verzweiflung so gross, dass ich mich an jedem Strohhalm versuchte festzuhalten. Eine Kollegin erzählte mir damals von ihrer positiven Erfahrung mit einem bekannten spirituellen Heiler. Vor meiner Erkrankung hätte ich sie wahrscheinlich ausgelacht. Ich glaubte an nichts, was nicht wissenschaftlich belegt worden ist und hielt die esoterische Szene für absoluten Schwachsinn. Ausserdem glaubte ich auch nicht mehr an eine höhere Kraft oder an etwas göttliches, nur noch an die „Götter in Weiss“, denen ich dafür ordentlich Umsatz bescherte. Mit meinen ganzen Kenntnissen aus Google und Co. hätte ich wahrscheinlich selber auch beinahe als Arzt durchgehen können;-)

Wie gesagt, ich war hoffnungslos und machte nach langem Zögern dann doch einen Termin aus. Da ich damals so einen starken Schwindel hatte, begleitete mich mein lieber Mann nach Basel. Ohne irgendwelche Erwartungen betrat ich den freundlichen und lichtdurchfluteten Behandlungsraum mit einem schönen Holzboden. Mein Herz schlug bis zum Hals und ich fröstelte.

Der Heiler konnte mich sehr schnell mit seiner liebevollen und väterlichen Persönlichkeit beruhigen und ich fühlte mich geborgen. Ich spürte die Energie, die aus seinen Händen strömte und fiel bald in eine Art Hypnose oder Halbschlaf. Zum ersten Mal kam ich damals mit meinem inneren Kind bewusst in Kontakt, mit der traurigen kleinen Sarah.

Nach der Sitzung erwartete mich mein Mann unten beim Ausgang. Was dann passierte, grenzt für mich an ein Wunder. Als ich die geschäftige und überfüllte Strasse betrat, konnte ich seit langem wieder alle Farben intensiv wahrnehmen, ich fühlte mich wohl zwischen all den Menschen und auch der Schwindel war verschwunden. Sogar der anschliessende Besuch beim Burger King verlief ohne Panikattacke:-) Ich war einfach nur überglücklich….

Dieser Zustand hielt dann einige Monate, bevor es zu einem Rückfall kam. Ich hatte einfach noch kein Vertrauen in mich selber. So schlimm wie zuvor wurde es jedoch nie mehr und was blieb, war die Erkenntnis, wie wichtig es ist, sein inneres Kind zu beachten, es zu lieben und ganz viel Geduld mit ihm zu haben.

Wenn immer ich ängstlich bin, mich unwohl oder mutlos fühle, setze ich mich an einen ruhigen Ort und höre mir die Sorgen der kleinen Sarah an und versuche sie zu trösten. Ein paar Minuten später fühle ich, wie die Anspannung abfällt und ich wieder in meine Mitte komme. Das gibt mir Vertrauen und macht vieles leichter.

Das war vor ca. 10 Jahren, heute arbeiten viele Therapeuten und Coaches mit dem inneren Kind oder in der Fachsprache „abgespaltene Persönlichkeitsanteile“. Meiner Meinung nach, beruhen die meisten psychischen Leiden auf Abwehrprozessen.

Öffne dein Herz für alles in Dir und heile Dich selbst. Ich wünsche Dir viele liebevolle und lehrreiche Begegnungen mit deinem inneren Kind.

Du musst Dich nicht ändern, Du bist schon perfekt!

Als ich mich vor einiger Zeit so richtig schlecht fühlte und ich das Gefühl hatte, trotz allen Therapien wieder am Anfang zu stehen, las ich einen Satz, der mich tief berührte und mir Mut machte:

Du bist genau so wie Du bist perfekt und musst nichts unternehmen. Alles was Du brauchst, findest Du in Dir selber.

Fühle mal nach, wie diese Botschaft auf Dich wirkt. Was wäre, wenn wir die ganzen Selbsthilfebücher, Therapien, Medikamente,  Mach mit und finde Dein Glück in 21 Tagen etc. gar nicht brauchen würden, da wir bereits vollkommen sind und dies nur erkennen müssen???

Mir hat dieser Gedanke damals sehr viel Kraft gegeben. Bitte nicht falsch verstehen, das war nur eine theoretische Frage. Auch ich nutze noch heute viele „Mutmacher-Angebote“.

Ich war einfach erstaunt, dass alleine die Vorstellung,  schon vollkommen in Ordnung zu sein und dass es nichts zu tun gibt, so eine enorme und nachhaltige Wirkung auf mich haben kann. Das Gegenteil davon erlebte ich vor 10 Jahren, als mir meine Therapeutin die Diagnose Burnout mit Angststörung und Depression offenbarte. Das war wie ein Hammer und ich fühlte mich von einer Sekunde auf die Andere hoffnungslos krank.

Meine Seele weiss ganz genau, dass ich vollkommen bin, nur mein Ego hält diese Vorstellung für viel zu einfach.

Einfach so abstellen, lässt sich der Verstand leider nicht. Man kann ihn zwar eine Zeit lang ignorieren, aber dadurch wird es nur noch schlimmer. Wer den Sorgen, Ängsten und Zweifel durch Verdrängen entkommen möchte, macht die Erfahrung, dass der innere Druck dadurch anwächst.

Der Verstand oder das Ego ist ein Teil von uns, der auch einfach nur wahrgenommen und angenommen werden möchte.

Man muss dabei nicht alles für bare Münzen nehmen. Einfach nur hinhören und fühlen, und schon sind wir wieder in unserem Innersten und identifizieren uns nicht mehr mit unserem Verstand. Wir sind viel mehr, als sich der Verstand vorstellen kann.

DU BIST PERFEKT!

  • Schenke Dir Liebe
  • Schenke Dir Geduld
  • Schenke Dir Zeit

Alles, was wir brauchen,
ist tief in uns verborgen und wartet darauf,
sich zu entfalten.
Wir müssen nichts tun,
außer still werden und uns Zeit nehmen,
um nach dem zu suchen,
was wir in uns tragen.

– Eileen Caddy –

Wie DU von DEINER Angst profitieren kannst.

Viele Menschen blockieren Ihre Lebensenergie und können diese nicht fliessen lassen, aus Angst, dass Ihnen die Kontrolle entgleitet. Sie nehmen sich so stark in die Zügel, dass sie gar nicht mehr vorwärts reiten können. Erst, wenn sie die Zügel loslassen, kann das Pferd wieder galoppieren.

Viele von uns nutzen auch unsere Angstenergie nicht, oder wenn, dann negativ, in dem wir uns lähmen oder uns in Panik versetzen. Ich inklusive, leider weiss ich nur zu gut, von was ich hier schreibe! Das dauerte beinahe ein Jahrzehnt…..!!

Die Angst ist jedoch ebenfalls eine wertvolle Energiequelle, die wir nutzen können.

Sie gehört zum Spiel des Lebens und dient der Entwicklung der Seele. Angst weist uns auf Mängel, Lücken und Unstimmigkeiten im Leben hin. Evt. muss noch etwas aus der Kindheit aufgearbeitet werden, das jahrelang unterdrückt wurde.

Die normale Angst hilft uns zu besseren Ergebnissen, z.B. bei einer Präsentation, da wir uns automatisch besser vorbereiten. Durch sie bleibt man hellwach, konzentriert und fokussiert. Und Sie beschützt uns vor leichtfertigen und gefährlichen Handlungen.

Die Angstenergie schenkt uns Sensitivität, Kreativität, Einfühlungsvermögen und kann umgewandelt werden in heilende Liebe.

Für diesen Schritt, schildere ich euch gerne meine Erfahrung. Wie ich bereits in anderen Artikeln geschrieben habe, habe ich eine ganze Palette an verschiedenen Sachen ausprobiert. Das Eine half mehr, das Andere weniger. Für mich das Wertvollste kurz zusammengefasst:

  • Ich habe wieder gelernt zu fühlen und den Moment zu leben, anstelle die ganze Zeit zu denken, grübeln und Horrorgedankenfilme zu produzieren. Diese 2 Bücher haben mich dabei sehr unterstützt: Die 10 Herzensschlüssel von Safi Nidiaye und Leben im Jetzt von Eckhart Tolle.
  • Ich habe gelernt mich mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen und mich an die erste Stelle in meinem Leben zu stellen. Das war das Schwierigste.
  • Ich habe gelernt nein zu sagen und die Meinung von anderen Menschen nicht mehr so wichtig zu nehmen.
  • Ich habe gelernt die Angst durchleben zu können. Dabei habe ich mir folgende Zeilen notiert, die mir Mut spenden: Wenn ich vor Angst zittere, dann zittere ich einfach, das ist ein natürlicher Vorgang. Aus jeder Zelle des Körpers und des Verstandes entweicht beim Schütteln etwas von der Angstenergie. Ich dränge nichts weg. Die ganze Seele wird von der Angst berührt sein, doch ich lasse es einfach geschehen und atme ganz ruhig und weich, weil ich genau weiss, dass ich sicher bin. So unterdrücke ich nichts und indem ich die Angst zulasse, wird sie mich verlassen. Der Sturm ist vorbei und ich bin wieder zentriert und ruhig. Heute kann ich einen Angstanfall mit bewusstem Fühlen meistens innert Sekunden wandeln. Trotzdem ist die Angst vor der Angst immer noch ab und zu präsent, jedoch nur noch schwach und gut auszuhalten.
  • Ich habe wieder gelernt an eine höhere Macht zu glauben. An das göttliche in allen Lebewesen. (Dazu werde ich in nächster Zeit einen Artikel verfassen) Wenn alle Stricke reissen, kann ich meine Angst an Gott übergeben und das funktioniert immer. Man bekommt immer nur so viel an Last, wie man auch bewältigen und aushalten kann.

All diese positiven Wandlungen, hätte ich ohne meine Aengste wahrscheinlich nie bewirken können. Obwohl diese Zeit für mein Nervenkostüm eine echte Herausforderung war und mir etliche Falten ins Gesicht geprägt hat, kann ich sagen, dass meine Angst ein wertvolles Geschenk für mich war.

Ich kann Dich nur ermutigen, DICH als die wichtigste Person in deinem Leben anzusehen und liebevoll und geduldig mit Dir zu sein. Wenn Du Hilfe brauchst, gönne Dir diese. Es gibt so viele gute Therapeuten, Coaches etc.

Du bist es Wert!

Mein Freund namens Unsicherheit

Ein, na ja sagen wir mal etwas unangenehmer Weggefährte und ich haben nach vielen Jahren wieder Freundschaft geschlossen.

Meine Unsicherheit und ich kennen uns schon mein ganzes Leben lang und wir hatten in der Kindheit ein relativ entspanntes Verhältnis. Damals waren wir: Ich, die Freude, die Liebe, das Vertrauen , die Angst und Du ein super Team. Ihr wart meine 5 Freunde und wir unterstützten uns gegenseitig und waren beinahe unbesiegbar. Zusammen waren wir voller Lebensmut und sahen das Leben als ein grosses Abenteuer an.

Im Laufe der Jahre , nach der Anpassung an die Leistungsgesellschaft und ein paar Schicksalsschlägen wurdest Du und die Angst immer dominanter und unterdrückten die Freude, das Vertrauen und die Liebe. Es kam so weit, dass ich euch hasste und zu meinen Feinden erklärte. Mit allen Mitteln versuchte ich euch zu bekämpfen. Aber das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Trotz Medikamenten, Vermeidung von Situationen, in denen ihr zu erwarten wart, seid ihr standhaft geblieben und wurdet immer präsenter.

Nach jahrelangem Kampf war ich endlich zu müde und kapitulierte. Plötzlich begriff ich, dass ich den Kampf gegen einen Teil von mir nie gewinnen konnte.

Zuerst näherte ich mich zögerlich wieder der Angst an und als diese nach längerer Testphase endlich sicher war, dass ich es ernst meinte, unterdrückte sie auch die Liebe nicht mehr länger.

Es war so schön, nach so langer Zeit die Liebe wieder einmal so intensiv spüren zu dürfen:-)

Die Liebe und die Angst sind in ihrem Ursprung zwei Seiten einer Medaille und gehören zum Leben. Ohne ein gewisses Quantum an Angst würde uns der Antrieb für Veränderungen fehlen und sie beschützt uns vor Gefahren.

Der Weg als Mensch zu wachsen, führt meistens, wenn nicht sogar immer durch die Angst.

Nachdem ich mich mit der Angst wieder verbündet hatte, waren wir beinahe wieder die alte unbesiegbare Gang aus der Kindheit. Nur die Unsicherheit wollte sich noch nicht so recht wieder eingliedern und dominierte. Zumindest dachte ich das. Immer wieder berieselte sie mich, mit für mich schlimmen Erinnerungen aus der Vergangenheit, die ich unter keinen Umständen wieder erleben wollte.

Aber was konnte ich dagegen tun???

Ich habe so viel versucht, so viele Bücher gelesen, Therapien gemacht etc. und bin zum Entschluss gekommen, dass es kein Patentrezept dafür gibt.

Ich für mich, habe die Unsicherheit wieder umarmt und zu meinem Freund gemacht. Das gelang mir, in dem ich gelernt habe, mich genau so, wie ich bin, zu akzeptieren und meine Schwächen nicht mehr verstecke. Alles in mir darf sein und lässt mich wachsen.

Alle Gefühle, die mich beängstigen, versuche ich ganz bewusst zu fühlen, in dem ich mich ganz liebevoll mitten in das Gefühl sinken lasse und dabei weich und ruhig atme. Genau so, als würde ich Licht ins Dunkle bringen und dann scheint es nicht mehr so gefährlich und die Liebe und und das Vertrauen kommen allmählich zum Vorschein. Diesen Vorgang habe ich über längere Zeit immer wieder geübt und je nach Verfassung, gelingt es mir nicht immer, aber immer öfters;-)

Das fühlt sich gut und ehrlich an und gibt mir Kraft. So kann ich das Gefühl als Gefühl wahrnehmen, bleibe bei mir selber und identifiziere mich nicht mehr mit ihm. So kann sich die Angst auch nicht mehr in Panik steigern.

Eigentlich bin ich einfach nur sensibel, feinfühlig und sehr kreativ im Umgang mit meiner Vorstellungskraft und habe eine aussergewöhnlich scharf eingestellte Alarmanlage.

Meine lieben Freunde Angst und Unsicherheit, lange dachte ich, ihr würdet meine Lebensfreude unterdrücken, dabei war ich es, die euch nicht mehr haben wollte und nicht begriff, dass ihr zu mir und meinem Leben gehört.

BITTE ENTSCHULDIGT MEIN UNWISSEN. Ich freue mich, mit euch ALLEN, ALLES zu erleben, was das Leben für uns bereit hält. DANKE ❤