Emotionen wollen fliessen

Das, was ich in dieser stürmischen Zeit der Tablettenreduktion lernen durfte, ist, dass sich unangenehme Emotionen so lange wiederholen, bis wir wahrhaftig bereit sind, uns selber bedingungslos anzunehmen.

Das heisst, Emotionen nicht nur aushalten und überstehen, sondern hinein zu fühlen mit viel Liebe, Verständnis und Geduld uns selbst gegenüber.

Ich habe immer gedacht, dass ich einfach die Angst annehmen muss, damit sie weg geht und habe dabei übersehen, dass ich mich selbst immer wieder verurteilt habe, wenn mir das nicht gelang.

Viel wichtiger ist, dass wir uns in jeder Situation selber akzeptieren können und dann werden die Emotionen plötzlich unwichtig.

Loslassen das Leiden, Loslassen das Alte – das gelingt leider nur durch das Annehmen, was ist und das Annehmen, wie wir sind. Jeder Widerstand führt zu neuen Schmerzen.

Emotionen sind nichts anderes als Energien, die fliessen wollen. Weder gut noch schlecht. Sobald wir diese als schlecht bewerten und  zurückhalten und verdrängen, entsteht ein Energiestau, der auf psychischer und physischer Ebene Schmerzen verursachen kann.

Als ich vor ein paar Tagen durch den schönen Herbstwald spazierte, konnte ich wunderschöne Windrosen beobachten, die Blätter vom Boden in die Luft wirbelten. Auch das ist eine Form von Energie und veranschaulicht sehr schön, wie natürlich alles geschieht. Die Blätter landen nach ihrem Flug durch die Luft wieder sanft auf dem Waldboden. Genau so ist es mit der Angst, wenn wir sie einfach in Ruhe lassen würden, käme es nie zu Panik, sondern wäre einfach nur ein natürliches Grundgefühl, das wir mit fast allen Lebewesen auf dieser Erde teilen.

Es gelingt mir immer besser, meine Schattenseiten zu akzeptieren und vor allem meinem Verstand nicht mehr jeden Mist zu glauben. Fühlen statt denken, kann ich nicht oft genug sagen. Die Härte und den Widerstand mit weichem Atem zu durchfühlen, wird das Befinden wieder in die positive Richtung lenken. Ich übe täglich bei mir zu sein und Milde gegenüber mir zu pflegen. Früher war Angst für mich ein Zustand, den man nicht ändern kann und heute betrachte ich sie als Energie, die ich wahrnehmen kann und die mir sogar Kraft schenkt, wenn ich sie fliessen lasse. Oft falle ich jedoch wieder in das alte Fahrwasser zurück und das ist unangenehm. Aber es gehört zu meinem Leben und es ist meine Aufgabe damit zurechtzukommen. Ich war schon immer sehr sensibel und reagierte auf alles Unbekannte mit Nervosität und das wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Ich werde mir jedoch nie mehr von meiner Angst das Leben dirigieren lassen.

Jeden Tag bedanke ich mich für die „Minischritte“ in ein authentisches und freies Leben.

Noch ein kleiner Tipp einer lieben Psychologin. Wir Menschen bewerten die negativen Ereignisse viel stärker als die Positiven und schenken den Dingen, die gut laufen, meist kaum Wertschätzung und Beachtung. Um dies zu ändern, können wir z.B. am Morgen 10 kleine Kugeln oder Perlen in der linken Hosentasche verstauen. Jedes mal, wenn nun etwas gut gelaufen ist oder wir etwas Positives erlebt haben, nehmen wir eine Kugel und verstauen sie in der rechten Hosentasche. Ihr werdet überrascht sein, wie viele Kugeln sich abends in der rechten Tasche finden lassen und macht euch bewusst, was wir alles zustande bringen und wie schön doch das Leben ist. Ein Tagebuch, ein „Dankesbuch“ etc. erzielt den gleichen Effekt.

So nun wünsche ich euch einen wunderbaren Abend. Schaut keine Nachrichten, sondern tut euch etwas Gutes, um den Tag mit einer positiven Energie ausklingen zu lassen.

Alles Liebe

Sarah

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